Er steht mir gegenüber.
CEO. Drei Länder unter seiner Verantwortung. Ein Kalender, in dem kein einziges Zeitfenster mehr frei ist. Nach aussen ruhig, präsent und lösungsorientiert.
Glasklar im Denken.
Wir sprechen über eine Entscheidung, die er seit Wochen hinausschiebt. Ich frage:
„Was genau hält dich zurück?“
Er zögert. Dann sagt er – leise, fast tonlos:
„Weil ich dann eingestehen müsste, dass ich mich selbst zu lange ignoriert habe.“
Ein Satz, der mich nicht loslässt. Denn genau hier beginnt das, was viele für selbstverständlich halten – und dabei oft vernachlässigen:
Self-Leadership.
In diesem Artikel werden wir gemeinsam schauen, was genau Self-Leadership ist, wie du Self-Leadership lernen kannst und worauf es bei der “Selbstführung” wirklich ankommt. Bleib unbedingt bis zum Ende dran, da schenke ich dir eine Reflexionsübung für den Start in die erfolgreiche Selbstführung.
Führung nach aussen ist kein Garant für Führung nach innen.
Führungskräfte können Grosses bewegen, Menschen inspirieren, Unternehmen lenken.
Sie entscheiden unter Druck, verhandeln auf Augenhöhe, präsentieren überzeugend.
Aber was ich in meinem Alltag als Business Mentorin und Mental Coach immer wieder sehe:
Im Aussen läuft es – aber innen ist es still geworden.
- Still, weil da keine Zeit mehr ist, sich selbst zu spüren.
- Still, weil sich Entscheidungen zwar richtig, aber nicht mehr stimmig anfühlen.
- Still, weil der Mensch hinter der Rolle immer seltener Raum bekommt.
Sie sind strategisch stark, aber emotional entkoppelt.
Was bedeutet Self-Leadership überhaupt?
Es bedeutet NICHT, dass du dich selbst ständig optimieren sollst.
Es bedeutet auch NICHT, morgens um 5 ein Journaling zu führen und um 6 zu meditieren.
Self-Leadership ist vielmehr die Fähigkeit, sich selbst ehrlich zu begegnen.
Gerade dann, wenn’s unbequem wird.
- Wenn man merkt, dass man ein Teammitglied aus Loyalität hält, obwohl es nicht mehr passt.
- Wenn man in Meetings nickt – aber innerlich längst andere nächste Schritte geht.
- Wenn man Entscheidungen trifft, die korrekt, aber seelenlos sind.
Für mich ist Self-Leadership der Kern guter Führung. Sie steht für deine Fähigkeit, dich selbst zu führen, dir eigene Ziele zu setzen und intrinsisch motiviert zu handeln. Es geht mir darum, dass du Verantwortung für dein Denken, Fühlen und Handeln übernimmst.
Kevin Cashman beschreibt in seinem Werk „Leadership from the Inside Out“ sieben Pfade zur Meisterung der Selbstführung, die ich ganz spannend finde:
- Personal Mastery: Kenne und verstehe dich selbst
- Purpose Mastery: Verstehe und verfolge deinen eigenen Lebenssinn.
- Change Mastery: Lasse Veränderungen zu für Wachstum und Kreativität.
- Interpersonal Mastery: Hole dir von Anderen Feedback ein, um besser zu werden.
- Being Mastery: Kümmere dich um deine innere Ruhe und Achtsamkeit.
- Balance Mastery: Schaffe die Balance zwischen Arbeit, Freundschaften und Familie – dieser ist für Cashman der wichtigste und aus meiner Sicht auch einer der schwierigsten Pfade auf dem Weg zur erfolgreichen Selbstführung.
- Action Mastery: Führe im Einklang mit dir selbst und deinen Überzeugungen und teile dies mit Anderen.
Wenn wir ganzheitlich und von “innen nach aussen” führen, sind wir authentisch, sind wir kreativ, sind wir anpassungsfähig und können der oder die Leader sein, die in uns steckt! (Quelle: Kevin Cashman – Leadership from the Inside Out.) Dies ist eine Buchempfehlung, wenn du dich weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchtest.
Im Mentoring – Retreat vom 6. – 10. November 2025 in Andalusien arbeiten wir mit einer Kombi von meinem eigens entwickelten KRONE – Prinzip und Cashmans Ansatz. Dies wird magisch und absolut transformierend!
Hier gehts zu mehr Infos: https://tanjas.ch/retreat-andalusien
Diese Bücher kann ich dir ausserdem ans Herz legen, wenn dich das Thema Self-Leadership interessiert:
Stephen R. Covey – Die 7 Wege zur Effektivität Stephen R. Covey ist für mich ein zeitloser Favorit zu dem Thema, wie du deine Ziele wirklich erreichst. Ich mag vor allem, dass du in dem Buch keine starren Theorien findest, sondern konkrete Ratschläge, wie du dein Leben besser organisieren und deine Ziele wirklich erreichen kannst. Nicht nur für deine Rolle als Führungskraft, sondern auch in sämtlichen anderen Bereichen deines Lebens.
Greg McKeown – Essentialismus: Die konsequente Suche nach Weniger. Ein neuer Minimalismus erobert die Welt Greg McKeown inspiriert dich dazu, mit weniger handlungsfähiger zu sein und dauerhaft zu bleiben. Er hat mit vielen Top-Manager:innen zusammengearbeitet und das merkt man, wie ich finde. Ich mag das Buch, weil es wirklich konkrete Beispiele liefert, wie du die Strategie in deinen Alltag umsetzen kannst. Klare Leseempfehlung!
Im Arbeitsalltag verlieren wir uns schnell in Details, wir suchen Ausreden und prokrastinieren. Zur “Analysis Paralysis” bzw. darüber, warum wir Entscheidungen so gerne aufschieben und welche 6 konkreten Tipps ich dir mitgeben kann, kannst du in einem anderen Blogartikel von mir nachlesen: Entscheidungen aufschieben – warum tun wir das?
Warum Ausreden auch bei den Fähigsten auftauchen
Je erfahrener, desto raffinierter die innere Argumentation:
- „Ich warte noch auf ein besseres Timing.“
- „Ich muss das erst intern abstimmen.“
- „Ich will nicht unnötig Druck erzeugen.“
Aber unter all dem steckt oft nur ein leiser, kaum spürbarer Widerstand:
„Ich weiss, was zu tun wäre – aber ich will es (noch) nicht fühlen.“
Das ist menschlich.
Aber es ist nicht führen.
Zumindest nicht sich selbst.
Die Frage ist nicht: „Was solltest du tun?“
Sondern: „Was hält dich davon ab, es zu tun – obwohl du es längst weisst?“
Hier liegt der Schlüssel. Nicht in noch mehr Tools. Nicht in einer neuen Matrix.
Sondern in der radikalen Ehrlichkeit mit dir selbst.
Und der Bereitschaft, Verantwortung nicht nur nach aussen zu übernehmen – sondern auch nach innen.
Was passiert, wenn du dir selbst wieder zuhörst?
Du entscheidest schneller – mit weniger Reibungsverlust.
Du kommunizierst klarer – weil du nicht mehr gegen dich arbeitest.
Du trittst kraftvoller auf – weil du innerlich ausgerichtet bist.
Self-Leadership fühlt sich nicht an wie Kontrolle.
Sondern wie Klarheit.
Wie ein inneres „Ich bin da. Ich weiss, was zu tun ist. Und ich tue es – in Verbindung mit mir.“
Das hört sich gut an?
Das ist es auch!
Dies belegen auch viele Studien – nicht nur meine tägliche Arbeit mit Führungskräften!
Selbstführung fördert die Eigenverantwortung und Motivation von Mitarbeitenden, weshalb Personalentwicklungs- und andere HR-Initiativen effektiver werden. (Quelle: Emerald)
Wer sich selbst erfolgreich führt, ist von sich aus motivierter, sich selbst um die eigenen Arbeitsbedingungen und -aufgaben zu kümmern und erfolgreiches Job Crafting zu betreiben. (Quelle: PubMedCentral)
Hat dich das überzeugt, um nun tiefer einzusteigen? Dann habe ich eine kleine Übung für dich dabei, mit der du sofort starten kannst!
Reflexionsimpuls zum Schluss:
- Schliesse kurz deine Augen.
- Atme einmal tief ein … und wieder aus.
- Noch einmal … und beim Ausatmen: lass alles raus, was heute nicht in diesen Raum gehört.
- Dritter Atemzug – und jetzt stell dir innerlich eine einzige Frage:
“Was weiss ich heute – aber traue mich nicht, es auszusprechen?“ - Lass die Antwort einfach da sein. Ohne sie zu bewerten.
Das ist der erste Schritt in Selbstführung.
Wenn du das ernsthaft gemacht hast, hast du gerade etwas sehr Mutiges getan.
Du hast nicht nur den Text gelesen – du hast dir selbst zugehört. Genau dort fängt es an.
Wenn du Lust hast, deinen Fragen, die jetzt in dir aufkommen, gemeinsam auf den Grund zu gehen – ohne Rollen, ohne Floskeln, ohne Druck – dann begleite ich dich gern ein Stück.
Nicht als Trainerin.
Sondern als ehrliche Sparringspartnerin auf Augenhöhe.
Herzlichst
Tanja 👑
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