Zwischen High-Performance und Zusammenbruch – wie erkennst du die feine Linie?

Mentoring Tanja Klaus

Sie führt ein Team von 40 Leuten.
Hat drei Kinder.
Und einen vollen Kalender mit teilweise überlappenden Terminen und ohne echte Pausen.

„Im Grunde kann ich nicht mehr, aber ich darf nicht schwach wirken.“

Diesen Satz spricht sie leise in meine Richtung. Fast, als ob sie ihn nicht sagen dürfte.
Dabei widerspiegelt er einen Grossteil ihres Innenlebens
in einem einzigen Atemzug.

Ich nenne sie hier mal Anna.
Anna ist keine Ausnahme. Sie ist ein Beispiel. Für eine ganze Generation von Menschen, die funktionieren, führen, halten und sich dabei selbst verlieren.

Anna ist High Performer. Sie gibt täglich alles und geht zu oft über ihre Grenzen.

Die Studienlage zeigt eine alarmierende Realität: Besonders High Performer wie Anna, Führungskräfte und Menschen in anspruchsvollen Positionen, geraten häufig an ihre emotionalen und physischen Grenzen. Eine Studie des SECO (2020) belegt, dass rund 30 % der Erwerbstätigen in der Schweiz sich als emotional erschöpft empfinden. Dies betrifft vor allem Führungskräfte, die aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit und dem Mangel an echten Pausen besonders anfällig für diese Erschöpfung sind. In diesen Fällen wird der Druck, alles zu schaffen und ständig zu liefern, zur täglichen Realität.

Laut McEwen (1998) können Stresshormone nicht nur schützende sondern auch schädliche Auswirkungen auf den Körper haben- vor allem, wenn sie über längere Zeiträume in hohem Masse aktiv sind. Ein ständiger Stresszyklus ohne ausreichende Erholung kann zu einem toxischen Zustand führen, der die Gesundheit langfristig beeinträchtigt.

Maslach und Leiter (2016) unterstreichen, dass Burnout insbesondere in Berufen mit hohem emotionalem und psychischem Druck weit verbreitet ist. High Performer, die ständig nach mehr streben, sind besonders gefährdet, da sie oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen, um berufliche Erfolge zu erzielen. Sie glauben, immer mehr leisten zu müssen, was zu einem Teufelskreis aus Erschöpfung und Selbstzweifeln führt.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Streben nach Höchstleistungen ohne Pausen oder reflektierter Selbstführung nicht nachhaltig ist.

Es ist entscheidend, dass High Performer erkennen, dass wahre Leistung und langfristiger Erfolg nicht nur durch die Fähigkeit zur Selbstaufopferung definiert werden, sondern durch eine ausgewogene Selbstführung und regelmässige Pausen zur Erholung.

Wenn du dich darin wiederfindest, lies unbedingt weiter!

Kevin Cashman beschreibt in seinem Werk „Leadership from the Inside Out“ sieben Pfade zur Meisterung der Selbstführung, die ich ganz spannend finde:

  • Personal Mastery: Kenne und verstehe dich selbst
  • Purpose Mastery: Verstehe und verfolge deinen eigenen Lebenssinn.
  • Change Mastery: Lasse Veränderungen zu für Wachstum und Kreativität.
  • Interpersonal Mastery: Hole dir von Anderen Feedback ein, um besser zu werden.
  • Being Mastery: Kümmere dich um deine innere Ruhe und Achtsamkeit.
  • Balance Mastery: Schaffe die Balance zwischen Arbeit, Freundschaften und Familie – dieser ist für Cashman der wichtigste und aus meiner Sicht auch einer der schwierigsten Pfade auf dem Weg zur erfolgreichen Selbstführung.
  • Action Mastery: Führe im Einklang mit dir selbst und deinen Überzeugungen und teile dies mit Anderen.

Wenn wir ganzheitlich und von “innen nach aussen” führen, sind wir authentisch, sind wir kreativ, sind wir anpassungsfähig und können der oder die Leader sein, die in uns steckt! (Quelle: Kevin Cashman – Leadership from the Inside Out.) Dies ist eine Buchempfehlung, wenn du dich weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchtest.

In diesem Artikel möchte ich dir echte Impulse für dich und deinen High Performer-Alltag geben. Ich möchte, dass du lernst, innezuhalten, wenn es nicht mehr geht.

Über erfolgreiches Self-Leadership habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Schau dort gern vorbei, wenn dich dieses Thema auch interessiert.

Heute legen wir den Fokus auf die Warnsignale, die innere Stimme und was du tun kannst, wenn du kurz vor dem Zusammenbruch bist.

Lies hier mehr über das Thema Self-Leadership

Die gefährlichste Täuschung: Es geht ja noch

Der Körper läuft noch. Der Kopf denkt noch. Die Meetings klappen, das Lächeln sitzt.
Aber innen… innen ist es längst eng.
Das Wochenende bringt keine Erholung.
Der Schlaf bringt keine Kraft.
Und das Kompliment „Du bist so stark“ oder „Du bist wie ein Fels in der Brandung“ fühlt sich an wie ein zusätzlicher Ziegelstein auf dem Rücken.

Der Punkt, an dem die Linie überschritten wird, ist selten richtig eindeutig.

Er kommt oft ganz schleichend.
Er kommt in Form von Gereiztheit.
Oder völliger Gleichgültigkeit.
Er zeigt sich in kleinen Blackouts, in Momenten, in denen du Menschen anschnauzt, die du eigentlich schätzt oder plötzlich beim Autofahren nicht mehr weisst, wie du dort hingekommen bist.

Und weil du so leistungsfähig bist, bekommst du sogar den Zusammenbruch gut organisiert.
Funktionierst weiter. Nur halt ohne Seele.

Woran du die feine Linie erkennst – 5 ehrliche Zeichen

  1. Du kontrollierst deinen Körper aber fühlst ihn nicht wirklich.
    Du funktionierst, trainierst, ernährst dich bewusst aber nicht unbedingt, weil du es gerade brauchst, sondern weil es zum Leistungsbild gehört. Die Müdigkeit ignorierst du, die Verspannungen „stretchst“ du weg. Und manchmal kommen Fressattacken als einziger Moment, in dem dein Körper sich selbst spürt.
  2. Dein Tag kennt keine echten Unterbrechungen mehr.
    Die To-do-Liste zieht sich durch wie ein endloser Strom. Selbst der Sonntag ist durchgetaktet. Und in der Badewanne Mails zu checken ist längst Routine. Wenn du mal zwei Minuten nichts tust, fühlt sich das komisch an – fast wie ein Kontrollverlust.
  3. Emotionale Reaktionen kommen schneller oder gar nicht.
    Entweder explodierst du wegen Kleinigkeiten oder du funktionierst wie auf Autopilot. Die echten Gefühle sind gedämpft oder weit weg. Freude spürst du seltener. Tränen hältst du zurück. Und Lachen… kommt oft nur noch als Reaktion, nicht aus deinem Inneren heraus.
  4. Deine Kinder zeigen dir, was du selbst nicht mehr spürst.
    Sie fragen zum dritten Mal: „Mama, hörst du mir überhaupt zu?“
    Oder sie fangen an zu klammern, trotzen, ziehen sich zurück – je nach Alter.
    Und du weisst tief drin: Es liegt nicht an ihnen.
    Sie spiegeln dich.
    Deinen Stress. Deine Abwesenheit. Und genau hier wird die feine Linie schmerzhaft sichtbar:
    Du bist körperlich da – aber emotional oft nicht erreichbar.
  5. Du wartest auf ein Stoppsignal aber hoffst, dass es von aussen kommt.
    Vielleicht eine Krankheit. Ein Meeting, das abgesagt wird. Oder dass dich endlich jemand „freistellt“ für einen Tag, eine Woche, ein bisschen Luft. Weil du es dir selbst nicht erlaubst, jetzt die Reissleine zu ziehen.
    Aber genau dieser Moment, in dem du auf ein äusseres Signal wartest, ist oft schon das leise Warnlicht in dir.

Ich kenne diese Linie sehr gut. Ich selbst habe meine inneren Warnsignale lange ignoriert und habe erst Halt gemacht, als gar nichts mehr ging. Meine ganze Geschichte habe ich in einem sehr persönlichen Artikel niedergeschrieben, den du hier gern nachlesen kannst.

Heute begleite ich High Performer wie dich oder wie mich dabei, die feine Linie des “zu Viels” zu erkennen und frühzeitig zu reagieren.

Hier kommen meine konkreten Tipps aus meinem Coachingalltag und Learnings aus meinen eigenen Erfahrungen:

Der erste Schritt: Erkennen statt Kämpfen

Was viele übersehen:
Die High-Performer, die am meisten leisten, merken oft am spätesten, dass sie fallen.
Weil sie sich so trainiert haben, alles zu schaffen.

Doch genau hier liegt die Kraft:
In der ehrlichen Selbstbeobachtung.
Nicht als Schwäche – sondern als Führungskompetenz dir selbst gegenüber.

Studien zeigen, dass chronischer Stress die kognitive Leistung messbar beeinträchtigt.
Er wirkt auf das Gehirn wie ein ständiger innerer Alarm, der Konzentration, Gedächtnis und emotionale Regulation schwächt – besonders im Dauerbetrieb (McEwen, 1998).

Was du konkret tun kannst: Drei kraftvolle Impulse

  1. Check-in statt Check-out
    Starte deinen Tag mit 3 Fragen:
    – Was spüre ich heute körperlich?
    – Was brauche ich gerade wirklich?
    – Was ist heute nicht notwendig?
  2. Sag 2x pro Woche bewusst Nein
    Ja, das ist schwer. Aber du trainierst damit deinen Selbstrespekt.
    Jedes Nein zu Überforderung ist ein Ja zu deiner Führungsstärke.

Dazu kannst du gern mehr nachlesen in meinem Artikel: „Nein sagen ist ja sagen zu sich selbst“

  1. Hol dir Spiegel statt Applaus
    Vertraue dich einer Person an, die ehrlich ist – nicht nur bewundernd.
    Jemand, der fragt: „Was brauchst du?“ statt: „Wie schaffst du das alles?“ Vielleicht auch jemanden wie mich; ein ehrlicher Sparringspartner.
Was ich Anna gesagt habe?

„Du bist nicht schwach, weil du müde bist.
Du bist stark, weil du es spürst.
Und mutig, wenn du danach handelst.“

Was Anna half?

Das Gespräch, über das ich am Anfang schrieb war kein Gespräch am Schreibtisch. Sondern ein Halbtagescoaching draussen – mit mir. Und mit einem Pferd.

Inmitten von Wind, Weite und Stille hat sie zum ersten Mal gespürt, wie sehr sie sich selbst vermisst.

Das Pferd hat ihr nichts erklärt. Es hat einfach gezeigt.

Spiegelklar. Ohne Urteil. Ohne Applaus.

Und genau das war der Wendepunkt:

Sie hat erkannt, was sie sich selbst lange nicht zugestanden hat: dass sie längst mutig ist. Und bereit, die Richtung zu ändern.

In den fünf darauffolgenden Sessions haben wir das sortiert, vertieft, gestärkt.

Kein Durchhalten mehr. Sondern hinschauen.

Kein Funktionieren. Sondern Fühlen.

Heute trifft sie klare Entscheidungen, auch für sich selbst.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, aus dem inneren Alarm in eine echte Verbindung zu kommen, dann melde dich.

Vielleicht beginnt auch dein Weg mit einem Vormittag draussen und einer Begegnung, die mehr in dir auslöst, als tausend Worte es könnten.

Vielleicht brauchst du nicht weniger Verantwortung.
Sondern mehr Verbundenheit mit dir selbst.

Und eine neue Definition von Stärke:
Nicht aushalten. Sondern ausrichten.
An dir. An dem, was dir guttut.
Nicht irgendwann- nein! Sondern genau jetzt.

Wenn du spürst: Da ist etwas, das ich nicht länger wegdrücken willdann melde dich bei mir.
Ich begleite Menschen, die stark sind. Und die es bleiben wollen. Ohne sich dabei zu verlieren.

Herzlichst
Tanja 👑

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Zwischen High-Performance und Zusammenbruch – wie erkennst du die feine Linie?

Mentoring Tanja Klaus

Sie führt ein Team von 40 Leuten.
Hat drei Kinder.
Und einen vollen Kalender mit teilweise überlappenden Terminen und ohne echte Pausen.

„Im Grunde kann ich nicht mehr, aber ich darf nicht schwach wirken.“

Diesen Satz spricht sie leise in meine Richtung. Fast, als ob sie ihn nicht sagen dürfte.
Dabei widerspiegelt er einen Grossteil ihres Innenlebens
in einem einzigen Atemzug.

Ich nenne sie hier mal Anna.
Anna ist keine Ausnahme. Sie ist ein Beispiel. Für eine ganze Generation von Menschen, die funktionieren, führen, halten und sich dabei selbst verlieren.

Anna ist High Performer. Sie gibt täglich alles und geht zu oft über ihre Grenzen.

Die Studienlage zeigt eine alarmierende Realität: Besonders High Performer wie Anna, Führungskräfte und Menschen in anspruchsvollen Positionen, geraten häufig an ihre emotionalen und physischen Grenzen. Eine Studie des SECO (2020) belegt, dass rund 30 % der Erwerbstätigen in der Schweiz sich als emotional erschöpft empfinden. Dies betrifft vor allem Führungskräfte, die aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit und dem Mangel an echten Pausen besonders anfällig für diese Erschöpfung sind. In diesen Fällen wird der Druck, alles zu schaffen und ständig zu liefern, zur täglichen Realität.

Laut McEwen (1998) können Stresshormone nicht nur schützende sondern auch schädliche Auswirkungen auf den Körper haben- vor allem, wenn sie über längere Zeiträume in hohem Masse aktiv sind. Ein ständiger Stresszyklus ohne ausreichende Erholung kann zu einem toxischen Zustand führen, der die Gesundheit langfristig beeinträchtigt.

Maslach und Leiter (2016) unterstreichen, dass Burnout insbesondere in Berufen mit hohem emotionalem und psychischem Druck weit verbreitet ist. High Performer, die ständig nach mehr streben, sind besonders gefährdet, da sie oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen, um berufliche Erfolge zu erzielen. Sie glauben, immer mehr leisten zu müssen, was zu einem Teufelskreis aus Erschöpfung und Selbstzweifeln führt.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Streben nach Höchstleistungen ohne Pausen oder reflektierter Selbstführung nicht nachhaltig ist.

Es ist entscheidend, dass High Performer erkennen, dass wahre Leistung und langfristiger Erfolg nicht nur durch die Fähigkeit zur Selbstaufopferung definiert werden, sondern durch eine ausgewogene Selbstführung und regelmässige Pausen zur Erholung.

Wenn du dich darin wiederfindest, lies unbedingt weiter!

Kevin Cashman beschreibt in seinem Werk „Leadership from the Inside Out“ sieben Pfade zur Meisterung der Selbstführung, die ich ganz spannend finde:

  • Personal Mastery: Kenne und verstehe dich selbst
  • Purpose Mastery: Verstehe und verfolge deinen eigenen Lebenssinn.
  • Change Mastery: Lasse Veränderungen zu für Wachstum und Kreativität.
  • Interpersonal Mastery: Hole dir von Anderen Feedback ein, um besser zu werden.
  • Being Mastery: Kümmere dich um deine innere Ruhe und Achtsamkeit.
  • Balance Mastery: Schaffe die Balance zwischen Arbeit, Freundschaften und Familie – dieser ist für Cashman der wichtigste und aus meiner Sicht auch einer der schwierigsten Pfade auf dem Weg zur erfolgreichen Selbstführung.
  • Action Mastery: Führe im Einklang mit dir selbst und deinen Überzeugungen und teile dies mit Anderen.

Wenn wir ganzheitlich und von “innen nach aussen” führen, sind wir authentisch, sind wir kreativ, sind wir anpassungsfähig und können der oder die Leader sein, die in uns steckt! (Quelle: Kevin Cashman – Leadership from the Inside Out.) Dies ist eine Buchempfehlung, wenn du dich weitergehend mit dem Thema beschäftigen möchtest.

In diesem Artikel möchte ich dir echte Impulse für dich und deinen High Performer-Alltag geben. Ich möchte, dass du lernst, innezuhalten, wenn es nicht mehr geht.

Über erfolgreiches Self-Leadership habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Schau dort gern vorbei, wenn dich dieses Thema auch interessiert.

Heute legen wir den Fokus auf die Warnsignale, die innere Stimme und was du tun kannst, wenn du kurz vor dem Zusammenbruch bist.

Lies hier mehr über das Thema Self-Leadership

Die gefährlichste Täuschung: Es geht ja noch

Der Körper läuft noch. Der Kopf denkt noch. Die Meetings klappen, das Lächeln sitzt.
Aber innen… innen ist es längst eng.
Das Wochenende bringt keine Erholung.
Der Schlaf bringt keine Kraft.
Und das Kompliment „Du bist so stark“ oder „Du bist wie ein Fels in der Brandung“ fühlt sich an wie ein zusätzlicher Ziegelstein auf dem Rücken.

Der Punkt, an dem die Linie überschritten wird, ist selten richtig eindeutig.

Er kommt oft ganz schleichend.
Er kommt in Form von Gereiztheit.
Oder völliger Gleichgültigkeit.
Er zeigt sich in kleinen Blackouts, in Momenten, in denen du Menschen anschnauzt, die du eigentlich schätzt oder plötzlich beim Autofahren nicht mehr weisst, wie du dort hingekommen bist.

Und weil du so leistungsfähig bist, bekommst du sogar den Zusammenbruch gut organisiert.
Funktionierst weiter. Nur halt ohne Seele.

Woran du die feine Linie erkennst – 5 ehrliche Zeichen

  1. Du kontrollierst deinen Körper aber fühlst ihn nicht wirklich.
    Du funktionierst, trainierst, ernährst dich bewusst aber nicht unbedingt, weil du es gerade brauchst, sondern weil es zum Leistungsbild gehört. Die Müdigkeit ignorierst du, die Verspannungen „stretchst“ du weg. Und manchmal kommen Fressattacken als einziger Moment, in dem dein Körper sich selbst spürt.
  2. Dein Tag kennt keine echten Unterbrechungen mehr.
    Die To-do-Liste zieht sich durch wie ein endloser Strom. Selbst der Sonntag ist durchgetaktet. Und in der Badewanne Mails zu checken ist längst Routine. Wenn du mal zwei Minuten nichts tust, fühlt sich das komisch an – fast wie ein Kontrollverlust.
  3. Emotionale Reaktionen kommen schneller oder gar nicht.
    Entweder explodierst du wegen Kleinigkeiten oder du funktionierst wie auf Autopilot. Die echten Gefühle sind gedämpft oder weit weg. Freude spürst du seltener. Tränen hältst du zurück. Und Lachen… kommt oft nur noch als Reaktion, nicht aus deinem Inneren heraus.
  4. Deine Kinder zeigen dir, was du selbst nicht mehr spürst.
    Sie fragen zum dritten Mal: „Mama, hörst du mir überhaupt zu?“
    Oder sie fangen an zu klammern, trotzen, ziehen sich zurück – je nach Alter.
    Und du weisst tief drin: Es liegt nicht an ihnen.
    Sie spiegeln dich.
    Deinen Stress. Deine Abwesenheit. Und genau hier wird die feine Linie schmerzhaft sichtbar:
    Du bist körperlich da – aber emotional oft nicht erreichbar.
  5. Du wartest auf ein Stoppsignal aber hoffst, dass es von aussen kommt.
    Vielleicht eine Krankheit. Ein Meeting, das abgesagt wird. Oder dass dich endlich jemand „freistellt“ für einen Tag, eine Woche, ein bisschen Luft. Weil du es dir selbst nicht erlaubst, jetzt die Reissleine zu ziehen.
    Aber genau dieser Moment, in dem du auf ein äusseres Signal wartest, ist oft schon das leise Warnlicht in dir.

Ich kenne diese Linie sehr gut. Ich selbst habe meine inneren Warnsignale lange ignoriert und habe erst Halt gemacht, als gar nichts mehr ging. Meine ganze Geschichte habe ich in einem sehr persönlichen Artikel niedergeschrieben, den du hier gern nachlesen kannst.

Heute begleite ich High Performer wie dich oder wie mich dabei, die feine Linie des “zu Viels” zu erkennen und frühzeitig zu reagieren.

Hier kommen meine konkreten Tipps aus meinem Coachingalltag und Learnings aus meinen eigenen Erfahrungen:

Der erste Schritt: Erkennen statt Kämpfen

Was viele übersehen:
Die High-Performer, die am meisten leisten, merken oft am spätesten, dass sie fallen.
Weil sie sich so trainiert haben, alles zu schaffen.

Doch genau hier liegt die Kraft:
In der ehrlichen Selbstbeobachtung.
Nicht als Schwäche – sondern als Führungskompetenz dir selbst gegenüber.

Studien zeigen, dass chronischer Stress die kognitive Leistung messbar beeinträchtigt.
Er wirkt auf das Gehirn wie ein ständiger innerer Alarm, der Konzentration, Gedächtnis und emotionale Regulation schwächt – besonders im Dauerbetrieb (McEwen, 1998).

Was du konkret tun kannst: Drei kraftvolle Impulse

  1. Check-in statt Check-out
    Starte deinen Tag mit 3 Fragen:
    – Was spüre ich heute körperlich?
    – Was brauche ich gerade wirklich?
    – Was ist heute nicht notwendig?
  2. Sag 2x pro Woche bewusst Nein
    Ja, das ist schwer. Aber du trainierst damit deinen Selbstrespekt.
    Jedes Nein zu Überforderung ist ein Ja zu deiner Führungsstärke.

Dazu kannst du gern mehr nachlesen in meinem Artikel: „Nein sagen ist ja sagen zu sich selbst“

  1. Hol dir Spiegel statt Applaus
    Vertraue dich einer Person an, die ehrlich ist – nicht nur bewundernd.
    Jemand, der fragt: „Was brauchst du?“ statt: „Wie schaffst du das alles?“ Vielleicht auch jemanden wie mich; ein ehrlicher Sparringspartner.
Was ich Anna gesagt habe?

„Du bist nicht schwach, weil du müde bist.
Du bist stark, weil du es spürst.
Und mutig, wenn du danach handelst.“

Was Anna half?

Das Gespräch, über das ich am Anfang schrieb war kein Gespräch am Schreibtisch. Sondern ein Halbtagescoaching draussen – mit mir. Und mit einem Pferd.

Inmitten von Wind, Weite und Stille hat sie zum ersten Mal gespürt, wie sehr sie sich selbst vermisst.

Das Pferd hat ihr nichts erklärt. Es hat einfach gezeigt.

Spiegelklar. Ohne Urteil. Ohne Applaus.

Und genau das war der Wendepunkt:

Sie hat erkannt, was sie sich selbst lange nicht zugestanden hat: dass sie längst mutig ist. Und bereit, die Richtung zu ändern.

In den fünf darauffolgenden Sessions haben wir das sortiert, vertieft, gestärkt.

Kein Durchhalten mehr. Sondern hinschauen.

Kein Funktionieren. Sondern Fühlen.

Heute trifft sie klare Entscheidungen, auch für sich selbst.

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, aus dem inneren Alarm in eine echte Verbindung zu kommen, dann melde dich.

Vielleicht beginnt auch dein Weg mit einem Vormittag draussen und einer Begegnung, die mehr in dir auslöst, als tausend Worte es könnten.

Vielleicht brauchst du nicht weniger Verantwortung.
Sondern mehr Verbundenheit mit dir selbst.

Und eine neue Definition von Stärke:
Nicht aushalten. Sondern ausrichten.
An dir. An dem, was dir guttut.
Nicht irgendwann- nein! Sondern genau jetzt.

Wenn du spürst: Da ist etwas, das ich nicht länger wegdrücken willdann melde dich bei mir.
Ich begleite Menschen, die stark sind. Und die es bleiben wollen. Ohne sich dabei zu verlieren.

Herzlichst
Tanja 👑

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